Der Engel Ute

Urheber: Monika Hoehne

Dem Weihnachtsmann - das ist bekannt -
gehn viele Engelchen zur Hand.
Nie käme er zur rechten Zeit,
gäb' es da nicht die Teamarbeit.
Doch diesmal hat er Pech, der Gute,
neu ist im Team der Engel Ute.
Die prüfen boshaft diese Neue,
ob sie auch keine Arbeit scheue.
Vergnüglich ruht die Engelschar,
die Neue will was tun, nicht wahr?

"He, Ute, pack Geschenke ein
und schreib die Namen nicht zu klein!"
Die Ute strengt sich furchtbar an.
Doch ehe alles recht getan,
da ruft man wieder: "Ute, Ute!
Wir brauchen Reisig für die Rute!"
Das Engelchen schaut nun geschwind,
ob es im Walde Zweige find,
und ehe es ein Reis geknickt...
"Mensch, Ute, bist du denn verrückt!"

"Hier gibt's für's Fest noch mehr zu tun.
Hör endlich auf, dich auszuruhn.
Der rote Mantel, der hat Flecken -
mal schnell noch in den Zuber stecken!
Und nicht im Waschraum überwintern!
Nun flatter mal, beweg den Hintern!
Vergiß die Stiefel nicht im Schrank.
Polieren! Aber blitzeblank!
Und danach schmückst du noch den Baum."
Da steht der Weihnachtsmann im Raum.

Der rote Mantel ist noch feucht,
für'n Trockner hat es nicht gereicht.
Die Päckchen sind zwar hübsch und groß,
doch leider sind sie namenlos.
Er zieht die stumpfen Stiefel an.
(Mit Putzen war die Ute dran.)
Und wo, ihr Engel ist die Rute?
Und wieder zeigt man auf die Ute.
Wenn dein Geschenk das falsche war,
hat Ute schuld, das ist doch klar.

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